Wie Roboter helfen, Kompressorrotoren zusammenzuschrauben

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Roboterbasierte Montage von Kompressorrotoren

Das Zusammenschrauben eines Kompressorrotors erfordert viel Geduld. Dies ist eine Arbeit, die nicht überstürzt werden darf und die eine ruhige Hand erfordert. Die Mechaniker beginnen damit, die beiden Trommeln auszurichten, bevor sie 34 Muttern und die dazugehörigen Unterlegscheiben nacheinander an der richtigen Stelle anbringen. Sie ziehen die Muttern locker an und ziehen sie dann nacheinander in mehreren Schritten und mit genau dem richtigen Drehmoment an. Um sicherzustellen, dass sich das Bauteil nicht verzieht, ziehen sie die Muttern paarweise gegenläufig an. Vor und nach dem Anziehen messen sie das Drehmoment mit einem Kalibriergerät. Beim endgültigen Festziehen überprüfen sie die Selbsthaltung der ovalen Muttern – sie dürfen weder zu locker noch zu fest sein. Es handelt sich also um eine Arbeit, die von den Mechanikern viel Fingerspitzengefühl verlangt.

Doch in Zukunft wird sie, zumindest bei der MTU Maintenance in Hannover, von einem Roboter durchgeführt. Das neue Verfahren automatisiert nicht nur das Zusammenschrauben der Rotorkomponenten, sondern nutzt den Roboter auch zur gleichzeitigen digitalen Dokumentation. Der erste Einsatz des Roboters wird der Hochdruckverdichterrotor für das Zweiwellen-Turbotriebwerk V2500 sein, das unter anderem die Airbus A320-Serie antreibt.

Nico Vohse
Initiator und Ideengeber des Projekts
„Unser Ziel war es, die etablierte manuelle Arbeit zu ersetzen, da der Schraubprozess aufgrund seiner Komplexität immer fehleranfälliger wurde.“
Nico Vohse
Initiator und Ideengeber des Projekts
„Stattdessen haben wir mit dem Schraubroboter einen stabilen, qualitativ besseren Prozess und einen Arbeitsablauf erreicht, der es uns ermöglicht, sowohl die Fehlerwahrscheinlichkeit als auch die Ausfallrate zu reduzieren. Schließlich liegt es in der Natur eines Roboters, eine Aufgabe präziser und mit weniger Aufwand zu erledigen als ein Mensch.“
William Xu
Projekt Team Mitglied
„Am Ende des Tages ist unsere größte Errungenschaft mit dem Straffungsroboter, dass wir industrielle Systeme und IT näher zusammengebracht und einige große Barrieren eingerissen haben, von der Einbindung der IT bis hin zur Umsetzung der Industrie 4.0-Strategie von MTU.“